Selbstfindungsreise Nepal Teil 1

Wie alles begann…

Heute vor genau 2 Monaten flog ich zur Selbstfindung nach Nepal, nachdem mir 3 Tage vor meinem 40. Geburtstag meine innere Stimme flüsterte, dass ich mich genau dorthin begeben sollte, um meine innere Freiheit zu finden. Klingt verrückt! Aber die gute Nachricht gleich zu Beginn: ich habe sie gefunden! Aber immer schön der Reihe nach.

Diese Geschichte werde ich euch in mehreren Etappen erzählen, da sie den Rahmen eines einzigen Blogposts völlig sprengen würde.

Zunächst also einmal wie es dazu kam: ich befand mich gerade in einer ziemlich verfahrenen Lebenssituation, in der man ohne weiteres sagen konnte, dass ich (wieder einmal) vor den Trümmern meiner gescheiterten Existenz stand. Ich hatte keinen Job mehr, die Beziehung mit meiner Partnerin zerbrach und ich hatte keine Ahnung wie es beruflich für mich weitergehen sollte und ich künftig meine Wohnung bezahlen sollte. Früher hätte ich an dieser Stelle den Kopf in den Sand gesteckt und wäre in tiefe Depression verfallen, aber heute sah ich in dieser komplizierten Situation nicht weniger als eine neue Chance und Tür für eine großartige Weiterentwicklung.

Ich hatte gerade meine intensive 4-monatige Coachingweiterbildung in Vollzeit hinter mir, wodurch die Persönlichkeitsentwicklung bei mir in vollem Gange war und viele alte wie neue Themen auf dem Tisch waren. Dies führte dazu, dass ich von vielen geschätzten Menschen, die mich während dieser Zeit begleiteten, wertvolle Impulse bekam, die mich über meine Werte und Ziele reflektieren liessen. Dabei bestätigte sich, dass niemand anderes als ich selbst es in der Hand hielt, was ich aus meinem Leben machen sollte und ich selbst der Designer meiner eigenen Entwicklung bin. Dies bestätigte mir auch eindrucksvoll der spirituelle Lehrer OSHO, dessen Taschenbuch namens „Mut – lebe wild und gefährlich“ mir in seinen zahlreichen Ausführungen ganz deutlich vor Augen führte, was ich in meinem Leben zu tun hatte, wenn ich mich weiterentwickeln wollte.

Nur das Neue kann Dich transformieren, einen anderen Weg der Transformation gibt es nicht.

OSHO – aus dem Buch „Mut – lebe wild und gefährlich“

Ich hatte also nach 2 Abenden in der Badewanne mit dem Buch von OSHO erkannt, dass ich mich ins Unbekannte begeben musste, und mich das sehr viel Mut kosten würde, ich aber dadurch meiner Bestimmung einen ganzen Schritt näher kommen konnte. Zusammen mit einigen anderen Impulsen, die mir u.a. eine sehr geschätzte Freundin durch ihre Spiritualität und ihren Aufenthalt in Vietnam lieferte, wurde mein Fokus auf Asien, den Buddhismus und somit das Ursprungsland desselben gelenkt – die Idee für eine Reise nach Nepal ins Kloster war geboren. Aber warum Kloster?

Für Deine Suche brauchst Du Vertrauen, denn Du wagst Dich ins Unbekannte.

OSHO – aus dem Buch „Mut – lebe wild und gefährlich“

Ich durfte im Rahmen des Strategiecoachings, das ich für die Geburt meiner eigenen Coachingmission in Anspruch nahm, selbst feststellen, dass in meinem Lebensrad der Teil „Frieden/Spiritualität“ noch keinen Stellenwert in meinem derzeitigen Leben besitzt – das musste ich ändern. Interessanterweise spielt das „wheel of life“ im Buddhismus eine elementare Rolle, da es den Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt und damit das Bestreben eines jeden Buddhisten darstellt, der durch seine Meditationspraxis aus dem „Samsara“ genannten Teufelskreis entkommen möchte, um wahre Glückseeligkeit zu finden. Insofern schloß sich hier mein persönlicher Kreis und die Entscheidung war gefallen, um mein Glück zu suchen.

Strebe nie danach frei von etwas zu sein, sondern immer nur für etwas.

OSHO – aus dem Buch „Mut – lebe wild und gefährlich“

Als spontaner und kurzentschlossener Mensch, der sobald er von etwas wirklich überzeugt ist und leidenschaftlich dafür brennt, auch mit voller Energie zur Tat schreitet und die Dinge auf den Weg bringt, fackelte ich also nicht lange und machte im ersten Schritt dieses „Hirngespinst“ für mich selbst so verbindlich wie möglich – ich postete meinen Plan zur Selbstfindungsreise zusammen mit diesem Bild auf meiner Facebook-Pinwand, so dass ich aus dieser Nummer selbst nicht mehr rauskam:

Wer zu sich selbst finden will, darf andere nicht nach dem Weg fragen.

Paul Watzlawick

Das lernte ich kurz vorher unterbewusst als Technik, um Dinge für sich verbindlich zu machen. Zusammen mit der Sieger-Strategie von Dr. Waldimir Klitschko, den ich bei meinem letzten Arbeitgeber persönlich in Hamburg kennenlernte, der dort sagte, man muss sich den Sieg oder seine Zukunft so bunt und großartig vorstellen, dass man dort unbedingt hin will, bewirkte das bei mir genau das was es sollte – ich wollte dort unbedingt hin!

Bei dieser Gelegenheit der digitalen Selbstverpflichtung nutzte ich direkt die Gunst der Stunde für mich und verband meinen anstehenden Geburtstag mit der Verwirklichung der Herzensangelegenheit, um anstatt sinnlosen Geschenken gleich Geld für die Reisekasse einzusammeln. Der interessante Nebeneffekt dabei: es zeigte sich wer wirklich hinter mir stand und mich bei der Sache unterstützte, die ich dort voller Überzeugung auf dem sozialen Medium kund tat. Hier gab es einige Überraschungen, in positiver wie in negativer Richtung, denn Menschen, von denen ich es nie gedacht hätte, weil sie etwa nur virtuell mit mir befreundet sind und mich nicht einmal persönlich kennen, spendeten mir sage und schreibe bis zu 40€. Wohingegen andere Menschen, die ich bis dahin als „echte“ Freunde bezeichnet hätte, mir wenn überhaupt mit irgendeiner Reaktion nur mit Unverständnis, Neid oder Missgunst entgegentraten – ein spannendes soziales Projekt, bei dem man auch gleich mal seinen Freundeskreis mit ausmisten kann (was sich ansonsten im Nachfeld der Reise eh von selbst ergibt, wenn man dort dann auch noch findet, was einem keiner zutraut).

Erwarte nichts und sei offen für alles.

OSHO – aus dem Buch „Mut – lebe wild und gefährlich“

Die ganz ursprüngliche Idee eines One-Way-Flights nach Kathmandu nur mit Rucksack und ohne weiterem Plan verwarf ich aber zugunsten einer wenigstens klitzekleinen Komfortzone und buchte die Reise somit nur 5 Tage vor Reiseantritt als Pauschalangebot, um raus aus dem Denken und rein ins Herz zu kommen, welches mich schließlich überhaupt erst hierher führte. Also nochmal der Ablauf: Commitment am 18.3., Buchung am 20.3., Geburtstag & Visum am 21.3. und Flug am 25.3.! Das waren nur 7 Tage zwischen getroffener Zusage und Abreise, genau so funktionieren emotionale Herzentscheidungen. Machen ist wie wollen, nur krasser.

Und es war der Schlüssel zu dem was ich später in Nepal finden sollte, meine innere Freiheit – aber dazu dann im nächsten Reise-Post mehr