Die Angst vor Ablehnung – wie du sie überwinden kannst

Du wünscht dir dich endlich so authentisch zu zeigen wie du wirklich bist? Du willst einfach als ganzer Mensch mit deiner wertvollen Spürigkeit anerkannt und für dein sensibles Sein geliebt werden, ohne die Ablehnung der anderen auf dich zu beziehen? Aber du wirst auch immer wieder mit Projektionen von Wut und Angst konfrontiert und spürst den darin liegenden Schmerz? Die Abgrenzung fällt dir dabei schwer und deine Selbstzweifel nagen dann an dir? In dir entsteht dann das Gefühl nicht gut genug zu sein und davor fürchtest du dich?

Ich kenne das! Aber warum ist das so? Und wie kannst du deine tief sitzende Angst vor Ablehnung besser verstehen, sie annehmen und letztlich überwinden? Es gibt vielfältige Erklärungsansätze aus unterschiedlichen Modellen, Kulturen und Betrachtungswinkeln. Für den rationalen Teil in dir habe ich diesen Beitrag hier geschrieben und meine Gedanken dazu in einem Video festgehalten, die ich hier mit dir teilen möchte, um meiner eigenen Angst vor Ablehnung zu begegnen und sie ein Stück weit zu überwinden.

Im Rahmen meiner Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie habe ich mich vorwiegend mit den Überlegungen aus der Transaktionsanalyse beschäftigt, die mir selbst in schwierig zu durchblickenden Situationen hilft einen klaren Kopf zu behalten und mich nicht in destruktive psychologische Spiele hineinziehen zu lassen. Hierauf baut auch die wertvolle innere Kind Arbeit auf, denn dort spiegeln sich unsere emotionalen Erfahrungen wieder, die in hitzigen Situationen aus Projektion und Ablehnung getriggert werden. Das führt dazu, dass du dich verletzt, ungeliebt und damit handlungsunfähig fühlst, wenn du wieder damit konfrontiert wirst – und meist spürst du das selbst gar nicht, nimmst es aber bei deinem Konfliktpartner wahr, der dich spiegelt. Heraus kommt dann Kampf, Flucht oder Erstarrung.

Aber das muss nicht mehr so sein, wenn du dich damit einmal tiefer auseinandersetzt, so deine eigenen Muster verstehen lernst und dich von deinen dysfunktionalen Abwehrstrategien befreist. Denn diese bilden dein gefühltes Gefängnis, das dich in Situationen der echten oder angenommenen Ablehnung daran hindert, funktionierende Strategien anzuwenden, die dich wirklich an dein Ziel bringen. Lerne die Grenze zwischen deinem Ich und dem Du deines Spiegels zu ziehen, zu erkennen was deine Muster sind und was Projektionen des Anderen, und entdecke die Liebe zu dir selbst und deinem Gegenüber – denn ihr wollt am Ende beide nur das dasselbe, auch wenn es sich oft anders anfühlt. Ich spreche auch hier aus vielerlei selbst gemachter Erfahrung.

Gewöhnlich lehnen wir unmutig ab, was uns ähnlich ist, und geraten außer uns über unsere eigenen Mängel, wenn wir sie von außen her sehen.

Marcel Proust

Warum ist es dann trotzdem so schwierig sich der gefürchteten Ablehnung zu stellen und in die liebende Annahme dessen zu gehen was eben gerade ist und was nicht ist? ANGST! Die Angst vor der Selbstwerdung, Hingabe, Veränderung oder Notwendigkeit. Diese vier Grundformen der Angst hat Fritz Riemann schon 1961 in seinem gleichnamigen Standardwerk beschrieben. Sie sind Antinomien, die sich als Gegenpole gegenüberstehen und gegenseitig bedingen. Du trägst alle vier Anteile in dir, sie alle haben das Bedürfnis ausgelebt zu werden und ausgeglichen zu sein. Wenn dies nicht gelingt und Extreme zu sehr gelebt werden oder du dich durch inkongruente Lebenserfahrungen hin und her gerissen fühlst, entsteht ein Ungleichgewicht bzw. eine Ambivalenz.

Im Riemann-Thomann-Modell sind die Pole als Ausprägung der Persönlichkeit beschrieben – du kannst dort einmal intuitiv versuchen dich situativ zu verorten. Denn je nach Lebensbereich können hier durchaus verschiedene Gewichtungen bei dir vorherrschen, also beruflich eine andere als privat. Nicht nur in Partnerschaften ziehst du oft den jeweiligen Gegenpol an, was es umso wichtiger macht dir darüber bewusst zu sein – denn was du beim Anderen ablehnst (oder er bei dir) ist meist der Anteil, den du bzw. er zu wenig lebt, sich aber sehnsüchtig wünscht. Hieraus leitet sich dann auch das vielzitierte Nähe-Distanz-Problem ab, das sich meist in Beziehungen als Bindungsangst zeigt.

Letztendlich lässt sich also sagen, dass das schmerzhafte Gefühl der Ablehnung aus dir und deinem eigenen Mangel heraus entsteht und durch Erlebnisse mit anderen Menschen ausgelöst wird, die dir einen Spiegel vorhalten. Im Umkehrschluss bedeutet das wiederum, dass du ihm auch bei dir selbst begegnen kannst, indem du dir dessen gewahr wirst und beginnst dich selbst dafür zu lieben, was du bei anderen ablehnst. Das kannst du auf unterschiedlichen Wegen erreichen, z.B. durch Psychoedukation/-therapie, Coaching (Perspektivenwechsel/lösungsorientierte Methoden), Meditation (Annahme/Verbundenheit), Selbsterfahrung (begegne deiner Angst) oder eine Kombination daraus.

Als Tipp für deinen emotionalen Teil: spüre doch mal in dich hinein, nachdem du das nächste mal eine ablehnende Erfahrung gemacht hast. Dazu kannst du Focusing nutzen. Du wirst erleben, dass du alleine dadurch, dass du die hervorgerufenen Gefühle wie Wut oder Trauer liebevoll in dir wahrnimmst, ein großes Stück zu mehr Selbstannahme finden kannst. Das nimmt dir die Angst vor Ablehnung und ermächtigt dich im nächsten Schritt dazu einmal eine Entscheidung zu treffen, die von deinen alten Strategien abweicht und dir neue Erfahrungen ermöglicht.

So kommst du von der Alehnung in die Annahme, vom Mangel in die Fülle und von der Angst in die Liebe.

Wie wirkt das auf dich? Welche Erfahrungen hast du bereits mit Ablehnung gemacht? Wie würdest du jetzt nach diesem Beitrag damit umgehen und wie wünscht du es dir in deiner Zukunft? Wo hast du vielleicht schon mal etwas anders gemacht? Was wünscht du dir noch von mir?

Schreib gerne unter diesem Artikel einen Kommentar oder schicke mir eine persönliche Nachricht. Ich freue mich dich ein Stück auf deinem Weg begleiten zu dürfen.

Dein Coach Manuel

P.S.: was es mit der erwähnten #justfuckindoit Challenge auf sich hat, das verrate ich dir in einem der nächsten Beiträge – unter dem Stichwort „Ich möchte ein Spiel spielen“ erarbeite ich gerade ein spannendes Konzept, bei dem ich mich gemeinsam mit dir meiner Angst vor Ablehnung stellen werde…

Titelfoto: Raimund Verspohl Portraits

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